Wald

Buchenwald im Sommer (copyright P.Wernicke) Fast 14 000 ha der Naturparkfläche bilden Wälder und Feldgehölze. Eine besondere Bedeutung haben die naturnahen Laubwälder in der Grund- und Endmoräne. Sie nehmen mehr als 1/3 der Forstfläche in der Feldberger Seenlandschaft ein. Die Laubwälder bilden die Vegetationsform, die ohne intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung in unserer Region vorherrschen würde. Für diese Lebensräume und die darin vorkommenden Arten trägt Deutschland eine internationale Verantwortung. Es ist daher eine der wichtigsten Aufgaben von Forstwirtschaft und Naturschutz, diese alten Buchenwälder zu erhalten.

Bei einer Wanderung durch den Naturpark werden Sie feststellen, dass vor allem in den Sandergebieten ausgedehnte Kiefernforsten zu finden sind. Die Kiefernwälder wurden im Verlaufe der letzten Jahrhunderte vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen angelegt. Es werden heute große Anstrengungen unternommen, um auch hier den Anteil der Laubbäume wieder zu erhöhen. Dies hat nicht nur ökologische Gründe, sondern trägt auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit bei.

Retzower Heide (copyright P.Wernicke) Im 18. und 19. Jahrhundert herrschte ein akuter Holzmangel. Viele Wälder waren abgeholzt oder durch Streunutzung und Waldweide geprägt. Das Land wurde durch die Landwirtschaft genutzt. Die sich entwickelnde Industrie und die Städte forderten Brenn- und Bauholz. In jener Zeit fanden umfangreiche Aufforstungen statt. Dabei wurden vor allem Kiefern verwandt. Sie lassen sich relativ leicht auf Sand- und Ackerflächen anbauen. Heute versucht man, die Stabilität der Wälder zu erhöhen und aus den Kiefernmonokulturen Mischwälder zu machen.

Erlenbruch mit Großeggen (copyright P.Wernicke) Totholz ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder. Es wird durch Pilze, Insekten und unzählige Kleinlebewesen zu Humus zersetzt. Im natürlichen Entwicklungszyklus der Wälder sind totholzreiche Altholzbestände dominierend. In intensiv genutzten Wäldern wird der Anteil so gering gehalten, dass viele Alt- und Totholzbewohner heute zu den gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gehören. Der Eremit ist eine davon. Seine Larve entwickelt sich im Mulm von Laubbäumen. Er gehört zu den Arten deren Vorkommen durch FFH – Gebiete zu schützen ist.

Totholz in den Heiligen Hallen (copyright P.Wernicke) In Feuchtgebieten bilden sich so genannte Bruchwälder aus. Sie bestehen vor allem aus Erlen- und Birkenbeständen. Bruchwälder kommen in sehr unterschiedlicher Ausprägung vor. Besonders wertvoll sind die nassen Bereiche, in denen zumindest im Frühjahr sogar freie Wasserflächen auftreten. Sie sind Lebensraum und Brutplätze für Kraniche, Schreiadler und viele Amphibienarten. Die Feldberger Seenlandschaft mit ihren vielen feuchtgebietsreichen Laubwäldern gehört zu den Landesteilen mit der größten Dichte von brütenden Kranichpaaren. Die lauten Rufe dieser Vögel sind im Frühjahr überall zu hören.