bis heute im 19. Jh. vor 1770

Feldberg im 19. Jh.

Die langgestreckten, weitverzweigten Seen mit ihren Steilufern und ihren großen Wassertiefen stellten lange Zeit eine Seensperre dar, die sich ein Dutzend Kilometer von Nord nach Süd erstreckte. Die Seensperre, das bewegte Relief und die Urwälder rund um die Seen bildeten ein schwer zugängliches Gebiet, fern ab von den großen Verkehrswegen. Dies änderte sich erst im Jahr 1847. Die östlich der Feldberger Seen gelegenen landwirtschaftlichen Güter ließen, von einer Aktiengesellschaft finanziert, den Erddamm durch den hier 7 m tiefen Schmalen Luzin bauen. Die Gaststätte Erddamm war früher Dammzollhebestelle.

Der Luzin-Kanal verbindet den Haussee mit dem Breiten Luzin. Ursprünglich bestand hier eine 10 m tiefe Verbindung zwischen beiden Seen, die schon vor Jahrtausenden verlandete. Der Kanal wurde um 1820 für die Flößerei und Stein­abfuhr von der früheren Ziegelei Lichtenberg nach Feld­berg gegraben. Der Seerosenkanal (Foto) verbindet den Haussee mit dem Schmalen Luzin. Er wurde um 1810 für Fischer und für Steintransporte aus der früheren Ziegelei Lichtenberg angelegt. Im Jahr 1969 wurde er auf Veranlassung der Naturschutzverwaltung durch einen Damm gesperrt, um das stark verschmutzte Wasser des Haussees nicht in den Schmalen Luzin zu lassen.
 

Ende des 17. Jahrhunderts bis 1926 wurde in Lichtenberg eine Ziegelei betrieben. Sie war eine Erwerbs­quelle der Besitzer des Gutes Lichtenberg. Mit den in Lichtenberg gebrannten Mauer­steinen und Dach­ziegeln wurden Feld­berg und die umliegenden Dörfer versorgt. Unter anderem wurden die Feldberger Kirche und das alte Schulhaus in Lichtenberg aus diesen Ziegeln erbaut. Sie dürften darüber hinaus in vielen weiteren Häusern verwandt worden sein.

Auch im 19.Jahrhundert ging es in Feldberg nur bedächtig voran. Es entstanden einige kleinere Betriebe (u.a. Molkerei) und der Tourismus begann sich zu entwickeln. Wesentliche Entwicklungs­impulse wurden jedoch nicht ausgelöst. So stieg die Zahl der Einwohner von 1000 (1865) auf lediglich 1377 im Jahre 1910 an.

Die erste in Feldberg in den Jahren 1682–1683 erbaute Kirche stand auf dem Amtsplatz. Sie brannte am 29. September 1870 gänzlich nieder. Dabei wurden auch zwei Bronze­glocken von Johann Christian Meier aus dem Jahre 1784 zerstört. Die neue Kirche wurde inmitten des Ortes auf einer Anhöhe, 15 m über dem Spiegel des Haussees, erbaut. Die Grund­stein­legung erfolgte 1871, die Einweihung am Pfingstsonntag, den 16. Mai 1875. Sie ist im neoromanischen Stil errichtet. Im Turm der Feldberger Kirche befinden sich drei Stahlglocken, welche in Bochum 1872 gegossen wurden. Sie tragen die Namen der Großherzoginnen Auguste und Marie sowie der Herzogin Caroline. Die Orgel wurde von Orgelbaumeister Grüneberg aus Stettin 1874 erbaut.

Bereits 1830 wird Feldberg wegen seiner land­schaft­lichen Schönheiten als Wande­rziel erwähnt. 1855 entstand die Wasser­heil­anstalt und der Tourismus begann sich langsam zu ent­wickeln. Vor allem die Berliner Bevölkerung entdeckte Feldberg als Ausflugsziel. In späteren Jahren bescherten die Entwicklung des Automobilismus und vor allem der Bau der Eisenbahn nach Feldberg dem kleinen Städtchen seinen ersten touristischen »Boom«. Selbst die Inflations­zeit tat dem keinen Abbruch.